Die Geschichte des Blogs

Die Ursprünge von Weblogs gehen auf einfache Linklisten, bis hin zu mit persönlichen Filtern versehene und kommentierte „personal journals“ zurück, die als einfache Webseiten auf Basis von HTML im World Wide Web entstanden. Als Ur-Vater der Weblogs gilt der Erfinder des World Wide Web: Tim Berners-Lee, mit seiner Website http://info.cern.ch, auf der er alle neuen Websites im WWW verzeichnete. Dadurch entstand eine chronologisch angeordnete Linkliste existierender Websites.

Im Jahr 1997 tauchte zum ersten Mal der Begriff „Weblogs” auf. Er geht vermutlich auf Barger zurück. Barger betrieb eine Website namens Robot Wisdom in der er Websites, die in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf andere Seiten verwiesen, als Weblogs bezeichnete. Ein Weblog ist laut Barger eine Website, die ein „log of the web” darstellt und Einträge enthält, die auf verfügbares Material im World Wide Web verweisen.

Die Vorfahren der Blogs waren einfache Linklisten

1997 wird als das eigentliche Startjahr von Weblogs angesehen. Zu dieser Zeit entwickelte sich mit Camworld einer Website von Cameron Barret, die auch heute noch als Blog online ist. Barret begann Websites aufzulisten, die so ähnlich waren wie seine und erhielt von anderen Internetnutzern Links, um diese auf seiner Seite zu integrieren. Die ursprünglichen Weblogs waren sehr link-intensive Webseiten. Jedes Weblog war eine einzigartige Mischung von Links und persönlichen Kommentaren. Zu diesem Zeitpunkt konnten Weblogs nur von wenigen Leuten erstellt werden, die bereits genügend Fähigkeiten hatten, eine eigene Webseite mit Hilfe eines Editors zu erstellen.

Terroranschläge und Kriege verhalfen Weblogs zum Durchbruch

Bis in den Herbst 2001 stellten Weblogs ein reines Internet, bzw. World Wide Web Phänomen dar, das von den traditionellen Massenmedien wie TV und Print als Marginalie oder Nischenphänomen betrachtet wurde. Dies änderte sich mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington D.C. Es stellte sich heraus, dass Weblogs in der Lage waren zum Teil schneller, persönlicher und direkter über die Geschehnisse in den Tagen nach dem Anschlag zu berichten. Der folgende Krieg im Irak und die intensive Medienbeobachtung und Berichterstattung bescherte Weblogs einen weiteren Wachstumsschub, da die Berichterstattung durch das US-Militär zensiert oder sogar z. T. gänzlich untersagt worden war. Ausländische Medien wurden in ihrer journalistischen Berichterstattung behindert oder als Teil der psychologischen Kriegsführung genutzt. Demgegenüber boten Weblogs aus dem Krisengebiet oder themenbezogene Weblogs – sogenannte Warblogs – eine Alternative zur klassischen Berichterstattung über die klassischen Medien.

2004 wurde “Blog” zum Wort des Jahres in den USA

Einen weiteren Schub erhielten Weblogs durch den US-Präsidentschaftswahlkampf 2004, über den zahlreiche Weblogs berichteten. Dies führte auch dazu, dass das Wort „Blog” in den USA zum Wort des Jahres gekürt wurde. Das Wachstum der Weblogs ist aber nicht allein auf die Berichterstattung gesellschaftlich relevanter Themen und einer damit einhergehenden höheren Aufmerksamkeit der Leser zurückzuführen. Auch technische und gesellschaftliche Entwicklungen trugen maßgeblich zum Erfolg der Blogs bei. In Deutschland hält sich der Erfolg der Blogs bislang immer noch in Grenzen. 2008 nutzten nur 6 Prozent der Internetnutzer gelegentlich einen Blog.

Quellen:

  • Bausch, Haughey & Hourihan, 2002
  • Möller, 2005
  • Fikisz, 2004
  • Toyfl, 2003
  • Prezpiorka, 2003
  • Fischer, 2005
  • Maatz, 2004
  • Fisch & Gscheidle, 2008

Tags: Geschichte, Blogs

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